Linoldruck ist eine zugängliche Kunstform, die Künstlern jeder Erfahrungsstufe die Möglichkeit bietet, eindrucksvolle Werke zu schaffen. In diesem Blog erfährst du alles, was du über Linoldruck wissen musst – von den benötigten Materialien und Werkzeugen bis hin zu Schritt-für-Schritt-Anleitungen und hilfreichen Tipps. Bei Van Beek Art Supplies findest du natürlich alles, was du brauchst, um mit dem Linoldruck anzufangen. Angesichts der Fülle an verfügbarem Material auf dem Markt kann es herausfordernd sein, herauszufinden, was du wirklich benötigst. Durch diesen Blog möchten wir diese Frage klären und mit dir entdecken, warum diese Technik so beliebt ist.
Der Linoldruck, auch als Linolschnitt bekannt, ist eine grafische Hochdrucktechnik, bei der ein Design in eine Linoleumplatte geschnitten wird. Die Technik ähnelt dem Holzschnittverfahren in vielerlei Hinsicht. Zuerst wird das Design auf die Linolplatte übertragen. Anschließend werden die Bereiche, die nicht gedruckt werden sollen, mit einem Linolschneider entfernt. Die erhabenen, ungeschnittenen Bereiche werden dann mit Farbe oder Tinte eingewalzt und auf Papier oder Stoff gedruckt. Das Ergebnis ist ein Druck, bei dem die geschnitzten Flächen weiß bleiben und die ungeschnitzten Flächen farbig erscheinen.
Linoleumplatte: Die Grundlage für deinen Druck. Es gibt verschiedene Arten von Linoleum, von weich bis hart, je nach gewünschtem Detailgrad und Schwierigkeitsgrad. Linoleum ist eigentlich ein Bodenbelag, der aus natürlichen Materialien hergestellt wird. Es besteht hauptsächlich aus Leinöl, Holzmehl, Harzen und Jute.
Schnitzwerkzeuge: Zum Schnitzen des Designs in die Linoleumplatte wird typischerweise ein Linolschneider mit einem Griff und austauschbaren Klinge verwendet. Die Klingen haben verschiedene Formen und Größen, um eine Vielzahl von Schnitten und Linien zu ermöglichen. Ein Standard-Satz enthält in der Regel V- und U-förmige Klingen. Es gibt auch einzelne Linolschnittmesser, die aussehen wie kleine Beitel.
Walze (Brayer): Ein Roller zum gleichmäßigen Auftragen der Farbe oder Tinte auf die Linoleumplatte. Diese gibt es in verschiedenen Größen.
Druckfarbe: Druckfarben für Linoldrucke. Manchmal auch Tinten genannt. Diese können auf Wasser- oder Ölbasis sein.
Papier oder Stoff: Das Medium, auf das du deinen Druck überträgst. Es gibt spezielle Druckpapiere, aber hier kannst du ruhig mal alles mögliche ausprobieren. Auch Stoffe können verwendet werden.
Glas- oder Acrylplatte: Zum Ausrollen der Druckfarbe. Sie sollte sehr flach sein, um eine gleichmäßige Verteilung der Farbe zu gewährleisten. Eine flache Schale tut es auch.
Roller, Löffel, Baren oder Presse: Zum Andrücken der Linoleumplatte auf das Papier oder den Stoff. Du wirst wahrscheinlich nicht gleich eine Druckpresse im Haus haben. Zum Glück bist du hier flexibel. Du kannst auch ein dickes Buch nehmen. Oder einen Küchenroller. Oder eine Weinflasche. Oder einen Esslöffel...
Wer noch keine Erfahrung hat mit dem Linoldruck, kann am besten klein anfangen. Das wirklich schöne am Linoldruck ist, dass du sehr viel improvisieren kannst. Das lädt zum Experimentieren ein. Die folgenden Schritte geben einen Überblick des Verfahrens.
Probiere verschiedene Arten von Linoleum, Farben und Papieren aus, um herauszufinden, welche Materialien am besten zu deinem Stil und deinen Bedürfnissen passen. Jede Kombination kann unterschiedliche Ergebnisse und Effekte erzielen. Es gibt hier wirklich unzählige Möglichkeiten.
Es gibt verschiedene Techniken, um den Entwurf auf die Linoleumplatte zu übertragen. Eine beliebte Methoden ist die Bleistiftübertragung. Dafür wird die Rückseite des Entwurfs auf Papier mit einer Schicht weichem Bleistift (vorzugsweise 4B oder 6B) ganz eingefärbt. Das Papier wird dann mit der Bleistift Schicht nach unten auf die Linoleumplatte gelegt und mit Klebeband fixiert, um ein Verrutschen zu verhindern. Mit einem härteren Bleistift (HB) wird der Entwurf nachgezeichnet, dabei wird leichter Druck ausgeübt. Nach dem Nachzeichnen wird das Papier entfernt, und auf der Linoleumplatte wird eine Bleistiftzeichnung des Entwurfs zu sehen sein. Diese kann mit Fixiermittel fixiert oder mit einem permanenten Marker nachgezeichnet werden.
Wenn du eine Fotokopie oder einen Print übertragen möchtest, gibt es eine interessante Methode mit einem Bügeleisen. Schau dir doch mal dieses Video an von Speedball (Englisch)!
Wenn du etwas mehr Zeit hast, gibt es auch die Option, eine Übertragung mit Holzleim zu erhalten. Drucke dazu deinen Entwurf mit einem Inkjet Drucker aus. Der Kontrast deines Bildes sollte hoch sein und die Linien deutlich und nicht zu dünn. Verdünne den Holzleim in einem Glas mit etwas Wasser, sodass du ihn gleichmäßig auf die Linoleumplatte pinseln kannst. Lege dein Papier mit der bedruckten Seite nach unten auf die nasse Linoleumplatte und reibe es mit dem Finger glatt, sodass keine Bläschen mehr zu sehen sind. Lege jetzt ein Stück Backpapier zum Schutz darüber und beschwere es mit dicken Büchern. Lass es über Nacht stehen. Nimm dann ein feuchtes Tuch und befeuchte das Papier auf der Platte, sodass es sich vorsichtig abrubbeln lässt. Und voilà!
Halte deine Schnitzwerkzeuge scharf und sauber, um präzise und saubere Schnitte zu gewährleisten. Scharfe Werkzeuge sind nicht nur effektiver, sondern auch sicherer, da sie weniger Kraft erfordern und das Risiko von Unfällen verringern. Du kannst die feinen Messer am besten mit feinkörnigem Nass-Schleifpapier für Metall schärfen.
Beim Drucken verwenden viele den Begriff "Tinte" für die eigentliche Druckfarbe, was jedoch leicht irreführend ist, denn die optimale Konsistenz der Linoldruckfarbe ist eher buttrig. Grundsätzlich kannst du entweder wasserlösliche oder ölbasierte Farben zum Drucken verwenden.
Es gibt hochwertige Farben, die speziell für den Linoldruck entwickelt wurden, wie zum Beispiel von Schmincke, Speedball oder Talens. Diese sind in der Regel wasserlöslich und bieten viele Vorteile: Sie trocknen schnell, sind ungiftig und lassen sich leicht reinigen. Wasserlösliche Druckfarben haben meistens einen etwas matten Look. Sie sind nicht permanent.
Du kannst auch herkömmliche Acrylfarben verwenden, die du bereits besitzt. Es ist jedoch ratsam, die Farbe mit einem nassen Tuch feucht zu halten und einen Trocknungsverzögerer (Retarder) hinzuzufügen, da sonst die Acrylfarbe zu schnell trocknet und du nicht in Serie drucken kannst. Denke daran, alles sofort nach Gebrauch zu reinigen.
Für den Textildruck gibt es wasserlösliche Farben, die permanent trocknen. Diese sind besonders als Textildruckfarbe im Handel markiert. Meistens müssen diese Farben mit einem Bügeleisen fixiert werden, bevor du dein T-Shirt oder Tragetasche in einer Waschmaschine waschen kannst.
Hochdruck-Druckfarben sind traditionell ölbasiert. Besonders gut sind die Charbonnel Farben und die Gamblin Druckfarben. Es handelt sich um die gleichen Farben, die auch im Holzdruck oder Kupferdruck verwendet werden. Sie bestehen aus Pigmenten, die in Öl suspendiert sind, und zeichnen sich durch ihre reichen, tiefen Farben sowie ihre Fähigkeit aus, feine Details und sanfte Übergänge zu erzeugen. Auch herkömmliche Ölfarben werden manchmal verwendet.
Ölbasierte Druckfarben bieten einige Vorteile im Vergleich zu wasserlöslichen Varianten. Zum einen ermöglicht ihre längere Trocknungszeit eine gleichmäßigere Anwendung und detaillierte Arbeiten. Zudem verleiht das Öl-Medium den Farben eine reiche Tiefe und Lebendigkeit, was zu besonders eindrucksvollen Drucken führt. Diese sind im Allgemeinen widerstandsfähiger gegenüber Wasser und Licht, was ihre Langlebigkeit sicherstellt. Die Konsistenz der ölbasierten Farben gewährleistet zudem eine gleichmäßige Abdeckung. Allerdings benötigen ölbasierte Farben eine längere Trocknungszeit – ein Druck kann durchaus zwei Wochen zum Trocknen benötigen.
Zur Reinigung ölbasierter Farben solltest du kein Wasser verwenden, sondern Testbenzin oder, wenn du zu Hause arbeitest, ein geruchsneutrales Lösungsmittel.
Ölbasierte Farben eignen sich auch hervorragend für den Druck auf Textilien und Stoffen. Hier ist es ratsam, mindestens zwei Wochen Trocknungszeit einzuplanen.
Linoldruck kann eine schmutzige Angelegenheit sein. Schütze deinen Arbeitsplatz mit Zeitungen, alten Tüchern oder einer Plastikunterlage, um Farbe oder Tinte von Oberflächen fernzuhalten. Wenn du nicht wasserlösliche Farben verwendest, solltest du eine Schürze tragen. Am wichtigsten ist aber, dass du dich beim Schnitzen nicht schneidest. Arbeite immer von dir weg und benutze gegebenenfalls einen Tischauflage (Bench Hook).
Der Linoldruck bietet unendliche Möglichkeiten, sich auszudrücken. Von einfachen, grafischen Designs bis hin zu komplexen, detaillierten Kunstwerken – diese Technik ermöglicht es dir, schnell und vielseitig deine Ideen umzusetzen. Darüber hinaus ist der Linoldruck eine zugängliche Kunstform, die keine teuren Materialien oder Ausrüstungen erfordert. Du kannst an wirklich jeder denkbaren Stelle im Prozess improvisieren und variieren.
Viele Künstler haben den Linoldruck verwendet, um ihre Werke zu schaffen. Künstler wie beispielsweise Käthe Kollwitz, Edvard Munch und auch Otto Dix haben mit Linolschnitten experimentiert und ihre einzigartigen Stile in diese Technik eingebracht. Ihre Werke zeigen die Vielseitigkeit und das Potenzial des Linoldrucks als ernsthafte Kunstform.
Wie bei jeder Kunstform erfordert auch der Linoldruck etwas Übung und Geduld. Nimm dir Zeit, um verschiedene Techniken und Designs auszuprobieren, und lerne aus deinen Fehlern oder akzeptiere sie, so wie sie sind. Mit der Zeit wirst du sicherer und erfahrener im Umgang mit den Materialien und Werkzeugen.
Der Linoldruck ist wirklich eine faszinierende Kunstform, die sowohl für Anfänger als auch erfahrene Künstler geeignet ist. Auch für Kinder ist der Linolschnitt eine schöne Einführung in die Welt des Druckens. Mit den richtigen Materialien, Werkzeugen und Techniken lassen sich beeindruckende Resultate erzeugen. Der Linoldruck bietet unendliche Möglichkeiten für kreativen Ausdruck und künstlerische Erfüllung.
Jetzt, da du alles weißt, was du über den Linoldruck wissen musst, ist es an der Zeit, deine Materialien zu sammeln und loszulegen.
Viel Spaß beim Schnitzen, Drucken und Entdecken!
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