Warum eine Grundierung so wichtig ist
Für nahezu alle Maluntergründe gilt: Vor dem eigentlichen Malen sollte eine vorbereitende Schicht aufgetragen werden. Diese Schicht bildet eine Art Puffer zwischen Untergrund und Farbe und löst mehrere Probleme, die sonst die Qualität deines Werks beeinträchtigen können:
- Bessere Haftung: Farbe haftet auf grundierten Oberflächen deutlich besser und löst sich weniger leicht.
- Gleichmäßige Trocknung: Die Farbe trocknet homogener und weniger fleckig.
- Keine einsaugenden Stellen: Bei stark saugenden Materialien wie Holz, MDF oder Papier verhindert die Grundierung, dass die Farbe in den Untergrund einzieht und stumpf wirkt.
- Schutz des Malgrunds: Bestimmte Farben oder Öle können den Untergrund langfristig angreifen – eine Grundierung schützt davor.
Gesso – die bekannteste Grundierung
Gesso ist der am häufigsten verwendete Primer in der Malerei. Der Begriff stammt vom lateinischen Wort für Gips. Ursprünglich war Gesso eine klassische Kreidegrundierung für Holztafeln. Moderne Gesso-Grundierungen bestehen aus Calciumcarbonat, Pigmenten und einem Acrylbinder.
Acrylgesso ist flexibel und daher auch ideal für Leinwände geeignet. Es passt sich Bewegungen des Gewebes an, ohne zu reißen.
Gesso kann auf nahezu allen Untergründen verwendet werden, etwa auf Leinwand, Holz, MDF oder Papier. Wichtig sind dabei eine gleichmäßige Struktur, gute Deckkraft und zuverlässige Haftung.
Neben klassischem weißem Gesso gibt es verschiedene Spezialvarianten:
- Transparente Gesso-Grundierung: Versiegelt den Untergrund, ohne seine natürliche Optik zu verdecken – ideal für Holz, Collagen oder Papier, wenn die Struktur sichtbar bleiben soll.
- Gefärbtes Gesso: Durch das Mischen von weißem Gesso mit Acrylfarbe entsteht eine individuell getönte Grundierung.
- Schwarze Primer: Eine glatte, tiefschwarze Basis, besonders geeignet für deckende, irisierende oder Effektfarben.
- Spezialgrundierungen für Trockenmedien: Produkte wie Pastel Ground oder Dry Media Ground machen Oberflächen geeignet für Pastell und andere trockene Zeichenmaterialien.
Primer für besondere Untergründe
Nicht jeder Untergrund ist saugfähig. Für glatte Materialien wie Kunststoff, Metall oder Glas werden spezielle Primer benötigt. Diese bilden eine sogenannte Haftbrücke, damit die Farbe auch auf schwierigen Oberflächen zuverlässig haftet, ohne abzurutschen.
Bindemittel – Farbe selbst herstellen und Untergründe vorbehandeln
Ein Bindemittel ist der Stoff, der Pigmente miteinander verbindet und sie auf dem Untergrund fixiert – es ist im wahrsten Sinne das, was Farbe überhaupt erst zu Farbe macht.
In dieser Kategorie erfüllen Bindemittel zwei zentrale Funktionen:
- Farbe selbst herstellen: Durch das Mischen von Pigmenten mit einem passenden Bindemittel entsteht eigene Farbe. Die Wahl des Bindemittels bestimmt dabei die Maltechnik: Acrylbinder für Acrylfarbe, Gummi Arabicum für Aquarell, Leinöl für Ölfarbe.
- Vorleimen und Versiegeln von Untergründen: Stark saugende Oberflächen können mit Bindemitteln vorbehandelt werden, damit sie weniger Farbe aufnehmen. Acrylbinder trocknet transparent auf und kann zusätzlich zum Verdünnen von Acrylfarbe oder zum Verkleben von Collageelementen auf Papier verwendet werden.
Welches Produkt passt zu deinem Projekt?
Die richtige Wahl hängt immer vom Untergrund und deiner Technik ab. Wenn du auf Leinwand, Holz oder Papier arbeitest und eine zuverlässige weiße Basis brauchst, ist Gesso die richtige Wahl. Für Glas, Metall oder Kunststoff benötigst du einen speziellen Primer. Möchtest du die Struktur deines Untergrunds sichtbar lassen oder mit Trockenmedien arbeiten, sind transparente oder spezielle Grundierungen ideal. Und wer eigene Farben herstellen möchte, beginnt mit dem passenden Bindemittel.
Du bist unsicher, welches Material zu deinem Projekt passt? Unsere Mitarbeiter beraten dich gerne in einer unserer Filialen oder über unseren Kundenservice. Wir teilen unser Fachwissen mit dir. Und das schon seit 1895.