Ölfarbe gehört seit Jahrhunderten zu den beliebtesten Malmedien. Sowohl in der klassischen als auch in der modernen Kunst wurden zahlreiche Techniken damit entwickelt. Ein Museumsbesuch ist oft die beste Inspirationsquelle – denn Studien zeigen: Schon allein durch das Betrachten von Kunstwerken wirst du zu einem besseren Künstler. Deine Spiegelneuronen versuchen automatisch zu rekonstruieren, wie ein Bild aufgebaut wurde. Das fördert den Lernprozess und kann deine eigenen Fähigkeiten spürbar verbessern.
Im Folgenden stellen wir dir die Maltechniken einiger der größten Meister der Kunstgeschichte vor.
Rembrandt zählt zu den berühmtesten Ölmalern überhaupt. In Werken wie Die Nachtwache zeigt sich sein meisterhaftes Spiel aus Licht und Schatten – das sogenannte Chiaroscuro. Typisch für ihn war eine braune Untermalung (z. B. gebrannte Umbra), in die er helle Partien hineinwischte. Anschließend setzte er transparente Lasuren in Farben wie Alizarinkarmesin oder Ultramarin ein, die besondere Tiefe und Wärme erzeugen.
Für diese Technik eignen sich transparente Ölfarben wie Rembrandt (Royal Talens) oder Schmincke Mussini. Achte unbedingt auf das Prinzip fett über mager: Jede obere Schicht sollte etwas mehr Öl enthalten als die darunterliegende.
Schritt für Schritt – Malen wie Rembrandt:
Vermeer – berühmt für Das Mädchen mit dem Perlenohrring – arbeitete mit sanften Übergängen und einer ruhigen, fast leuchtenden Atmosphäre. Sein Effekt gelingt besonders gut auf glatten Untergründen wie Holzpaneelen oder feinem, grundiertem Leinen. Er verwendete oft transparente Farbschichten, leicht mit Weiß und Öl gemischt, sodass das Licht gleichsam von innen heraus strahlt.
Für diese Technik eignen sich Ölfarben von Winsor & Newton Artist oder Rembrandt.
Schritt für Schritt:
Van Gogh ist für seine dicken, energischen Pinselstriche berühmt, oft in rhythmischen Mustern aus Linien, Wirbeln und Punkten. Er malte direkt aus der Tube – fast ohne vorherige Farbmischungen. Die optische Mischung entsteht auf dem Bild. Besonders wichtig sind kräftige Kontraste und klare Tonwerte.
Typische Farben sind Cadmiumgelb, Ceruleanblau und Veronabraun. Die stark pastosen Ölfarben von Old Holland eignen sich hervorragend für seinen impastoreichen Stil. Für noch mehr Struktur lässt sich ein Impasto-Medium verwenden.
Schritt für Schritt:
Van Gogh arbeitete mit einer relativ begrenzten, aber äußerst wirkungsvollen Palette aus leuchtenden Farben, die einander gegenseitig verstärken. Unten findest du moderne Alternativen zu seinen bevorzugten Pigmenten, mit denen du seinen Malstil besonders authentisch nachempfinden kannst:
Diese Farben sind unter anderem bei Marken wie Old Holland, Rembrandt und Winsor & Newton Artist erhältlich.
Auch in der abstrakten Kunst entfalten Ölfarben ihre volle Wirkung. Rothkos Farbfeldmalerei lebt von intensiven, atmosphärischen Farbübergängen. Für diese Art des Malens eignen sich hochpigmentierte Farben wie Gamblin oder Old Holland, die selbst in dünnen Schichten eine enorme Farbtiefe erzeugen.
Schritt für Schritt:
Nutze hochpigmentierte Künstlerfarben für maximale Wirkung.
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