Was ist Zeichenkohle?
Zeichenkohle ist im Grunde verkohltes Holz, das entweder direkt in Stäbchenform verwendet wird oder in neuerer Zeit auch zu Pulver verarbeitet und zu Stiften gepresst wird, was verschiedene Härtegrade zulässt.
Für die Herstellung werden verschiedene Hölzer wie Wein, Weide, Linde, Obstbäume und andere verwendet, wobei das Holz gleichmäßig gewachsen sein muss. Die zugeschnittenen Stäbe werden als Bündel in Ton eingepackt oder in einen verschlossenen Tontopf gelegt und langsam in einem Ofen gebacken.
Bis ins Mittelalter hinein war Zeichenkohle eher ein Hilfsmittel, etwa für Vorzeichnungen oder für die Übung. Erst mit der höheren Wertschätzung der Handzeichnung und der Entwicklung von entsprechenden Fixiermethoden ab dem 15. Jahrhundert wurden alleinstehende Werke in dieser Technik geschaffen. Das Zeichnen mit Kohle ermöglicht eine unglaubliche Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten und hat sich im Laufe der Zeit zu einer bedeutenden Technik in der Kunst entwickelt.
Zeichenkohle Marken
Zeichenkohle gibt es in verschiedenen Varianten und von unterschiedlichen Herstellern, die die Kunstwelt mit ihrer Vielfalt bereichern. In diesem Bereich haben sich einige bedeutende Marken etabliert: das tschechische Unternehmen Koh-i-nor, der österreichische Hersteller Cretacolor, die britische Marke Coates und das deutsche Unternehmen Schmincke.
Schmincke ist bekannt für seine flüssige Zeichenkohle, flüssige Kreide und flüssige Erde, während Cretacolor und Koh-i-noor mit ihrer hochwertigen komprimierten Zeichenkohle in verschiedenen Härtegraden glänzen. Der britische Hersteller Coates hingegen hat sich ganz der Zeichenkohle aus Weiden in Künstlerqualität verschrieben. Jede Marke verleiht der kreativen Arbeit mit Kohle einen einzigartigen Schwung und bietet eine Fülle von verschiedenen Möglichkeiten.
Welche Kohle zum Zeichnen?
Beim Zeichnen kann Kohle in verschiedenen Formen und Konsistenzen verwendet werden, je nach Wunsch und Ziel des Künstlers. Unterschiedliche Effekte können erzeugt werden:
- Naturbelassene Holzkohle in Stäbchenform enthält im Gegensatz zu Kohlestiften keinerlei Bindemittel. Dadurch lässt sich die Kohleschicht auf dem Papier gut wieder entfernen, entweder mit einem Radiergummi oder einfach mit der Hand. Sie ist sehr leicht und erzeugt weiche, pudrige Linien.
- Gepresste Zeichenkohle hingegen bestehen neben der Kohle auch aus Gummi oder Wachs als Bindemittel. Je weniger Bindemittel verwendet wird, desto weicher und dunkler ist der Stift. Während ein Stift aus komprimierter Holzkohle gut gespitzt werden kann und feinere Linien ermöglicht, können mit naturbelassenen Zeichenkohlen diese Feinheiten nicht erreicht werden.
- In den letzten Jahren ist auch flüssige Kohle auf den Markt gekommen. Diese besteht aus Kohlepulver und einem Bindemittel, häufig Gummi Arabicum. Diese flüssige Kohle wird mit Pinseln oder Schwämmchen aufgetragen und ermöglicht eine ganz neue Art des Ausdrucks und der Gestaltung.
Kann man mit Kohle auf einer Leinwand malen?
Zeichenkohle lässt sich auf nahezu jeder Oberfläche anwenden, doch am besten funktioniert sie auf groberen Oberflächen, damit sich die feinen Partikel gut festsetzen können. Auf sehr glatten Papieren beispielsweise haften die Kohlepartikel nur schlecht oder gar nicht.
Besonders gut eignet sich die naturbelassene Kohle zum Skizzieren einer Komposition auf Leinwand vor dem Malen. Sie lässt sich leicht entfernen und korrigieren, was gerade bei der Vorbereitung von Gemälden von Vorteil ist.
Was kann man mit Kohle malen?
Künstler nutzen Kohle oft, um besonders ausdrucksstarke Skizzen und Zeichnungen anzufertigen oder um Vorskizzen für Ölbilder zu machen. Oft kombinieren sie Kohle zudem mit Kreiden oder Rötelstiften. Im Gegensatz zu Buntstiften lässt sich Kohle hervorragend verwischen, wodurch faszinierende Effekte erzeugt werden können. Dafür eignet sich am besten ein Papierwischer, der eine kontrolliertere und sauberere Arbeitsweise ermöglicht, als der Einsatz der Finger. Zusätzlich wird vermieden, dass beim Verwischen mit den Fingern Körperfett auf das Papier übertragen wird, was beim Zeichnen eher ungünstig ist.
Ein wichtiger Aspekt bei der Arbeit mit Zeichenkohle ist das Fixieren des Bildes. Dazu wird einfach Fixierspray auf das Bild gesprüht und anschließend trocknen gelassen. Auf diese Weise wird die Zeichnung geschützt und bleibt erhalten, ohne dass die Kohle verschmiert oder verwischt wird.
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