Aquarellmalerei – jeder kennt die wunderschönen Bilder mit durchsichtigen Schichten und einem ganz eigenen Look. Die Farbe kann präzise aufgetragen werden oder frei fließen, was zu ausdrucksstarken Zeichnungen führt. Von realistischen Werken bis zu abstrakten Bildern – die Vielseitigkeit der Aquarellfarben ist faszinierend. Sie hat eine lange Geschichte und ist eine der beliebtesten Maltechniken der Welt. Gerade ihre Vielseitigkeit und ihre einzigartigen Eigenschaften machen sie zu einem tollen Medium, mit dem du schnell und einfach schöne Bilder malen kannst.
Die Möglichkeiten, die du mit Aquarellfarben hast, sind endlos. Die Tatsache, dass man außer Wasser und Papier nur eine kleine Menge Farbe benötigt, trägt ebenfalls zu ihrer Beliebtheit bei! In diesem Blog vermitteln wir dir ein Basiswissen über Aquarellfarben und ihre Anwendungen.
Aquarellfarbe besteht aus sehr feinen Pigmenten, die mit einem wasserlöslichen Bindemittel wie Gummi arabicum oder anderen Substanzen hergestellt werden, um eine transparente Farbe zu erzeugen, die sich leicht mit Wasser mischen lässt. Sie enthält meistens auch Netz- und Feuchthaltemitteln. Im Unterschied zur Gouache schimmert beim Aquarell der weiße Malgrund durch die Aquarellfarben hindurch und verleiht ihnen Tiefe und Leuchtkraft. Aquarellfarbe wird in Tuben oder Näpfen angeboten und mit Wasser “angelöst”. Die Farbe lässt sich ganz einfach mischen und du hast mit relativ wenigen Farben eine sehr breite Palette an Farbtönen zur Verfügung.
Eine der einzigartigen Eigenschaften von Aquarellfarben ist ihre Transparenz. Dadurch kannst du dein Bild in Schichten aufbauen, die es dir ermöglichen, verschiedene Farben optisch zu überlagern. Diese Transparenz ermöglicht es auch, Lichteffekte und Schattierungen auf natürliche und realistische Weise darzustellen. In der Aquarellmalerei werden auch häufig Stellen freigelassen, so dass der weiße Malgrund sichtbar bleibt, zum Beispiel bei den Glanzlichtern.
Aquarellfarben werden aus Pigmenten hergestellt. Es ist wichtig zu verstehen, dass nicht alle Pigmente gleich sind. Sie haben verschiedene Eigenschaften hinsichtlich ihrer natürlichen Farbe, aber auch in Bezug auf ihre Feinheit, ihr Gewicht, ihre Transparenz und ihre Lichtechtheit variieren Künstlerpigmente beträchtlich.
Auf jeder Aquarellfarbe steht, welches Pigment verwendet wurde, wie deckend die Farbe ist und mit welcher Lichtechtheit du rechnen kannst.
Ein schwarzes, gefülltes Quadrat symbolisiert in der Regel eine deckende Farbe. Das bedeutet, dass die Farbe die darunterliegende Oberfläche vollständig abdeckt und keine Farbpigmente hindurchscheinen. Es gibt neben Deckweiss auch andere Aquarellfarben, die als deckend beschrieben werden, wenn sie nur mit wenig Wasser vermischt werden.
Ein leeres Quadrat hingegen deutet auf eine lasierende Farbe hin. Diese Farben erzeugen eine durchsichtige Farbschicht. Zwischen vollem und leerem Quadrat gibt es noch ein Quadrat mit einer Diagonale, wobei die eine Hälfte gefüllt ist oder leer. Diese Farben nennt man halbdeckend bzw. halblasierend.
Sterne symbolisieren die Lichtechtheit der Farbe. Je mehr Sterne vorhanden sind, desto besser ist die Farbe gegen Verblassen durch Licht geschützt.
Ein Dreieck auf Aquarellfarben gibt die Staining-Eigenschaften der Farbe an. Staining beschreibt, wie gut die Farbe im Papier 'haftet': Je mehr das Dreieck gefüllt ist, desto stärker sind die Staining-Eigenschaften und desto schwerer ist die Farbe vom Papier zu lösen.
Manchmal kannst du auch ein G auf der Farbe finden. Das gibt an, dass es sich um einen granulierenden Farbton handelt. Granulierung bezeichnet die Eigenschaft einiger Pigmente, sich auf dem Papier zu sammeln und eine körnige oder strukturierte Oberfläche zu erzeugen. Diese Körnigkeit entsteht, weil die Pigmentpartikel sich ungleichmäßig verteilen.
Im Prinzip sind Aquarellfarben sehr einfach zu verwenden. Du brauchst einen Pinsel, Wasser, Farbe und Papier. Auf ein paar Dinge solltest du achten. Verwende richtiges Aquarellpapier entweder auf einem verleimten Block oder als aufgespannter loser Bogen. Ein guter Aquarellpinsel gehört auch zur Basisausstattung. Du brauchst noch zwei Behälter mit sauberem Wasser, eins zum Reinigen des Pinsels und ein anderes zum Mischen der Farben. Ein Tuch, das viel Wasser aufnehmen kann, hilft dir, den Pinsel zu trocknen und zu spritzen. Du wirst merken, dass, wenn du den nassen Pinsel auf ein Tuch legst, das Wasser aus dem Pinsel gesaugt wird und der Pinsel wieder eine schöne Spitze erhält.
Zum Anfertigen der Skizze wird ein leichter Bleistift verwendet und vermieden zu radieren, denn das beschädigt die Oberfläche des Aquarellpapiers. Mit einem Knetgummi kannst du behutsam etwas Bleistift entfernen.



Zum Auftragen der Farben auf dem Papier verwendet man verschiedene techniken. Du kannst zum Beispiel auf trockenem Papier malen, um präzise Linien und Formen zu zeichnen, oder auf nassem, angefeuchtetem Papier, um weiche Farbübergänge und Verläufe zu erzielen. In der Aquarellmalerei gibt es also viele Möglichkeiten, die dir zur Verfügung stehen. Manchmal haben sie schwierig klingende Namen. Das kann verwirren. Aber gut ist es, zu verstehen, dass sich alle diese Techniken immer nur auf einige Paar Faktoren beziehen. Nämlich wie nass oder trocken die Farbe bzw. das Papier ist.
Lasur: Das Lasieren ist der Auftrag einer transparenten Schicht Farbe. In der Aquarellmalerei gibt es demnach eigentlich nur Lasuren, da in der Aquarellmalerei immer mit durchsichtigen Schichten gearbeitet wird. Im Englischen heißt eine Lasur auch Glaze, was nicht mit dem Deutschen Glasur zu verwechseln ist
Lavur: Eine Lavur, die von ital. lavare ‘waschen’ kommt, ist eine mit viel Wasser verdünnte Farbe. Man kann unterliegende Farbschichten verwaschen, indem man nur Wasser verwendet. Die Verlauftechnik ist zum Beispiel eine Lavur. Da alles Licht in der Aquarellmalerei aus dem hellen Untergrund kommt, solltest du vorsichtig sein, die Lavur nicht so stark wie eine Imprimatur zu verwenden. Im Englischen heißt die Lavur: Wash oder Wet-Wash.
Nass-in-Nass: Die Nass-in-Nass-Technik ist eine der bekanntesten Techniken der Aquarellmalerei. Hier wird nasse Farbe auf nasses oder angefeuchtetes Papier aufgetragen, wodurch die Ränder etwas verschwimmen und der für Aquarelle typische, sanfte Farbübergang entsteht. Das Papier kann mit einem Pinsel, aber auch mit dem Schwamm oder einem Pumpzerstäuber angefeuchtet werden.
Nass auf Trocken: Hierbei wird eine flüssige Farbe auf trockenem Papier aufgetragen. Man verwendet diese Technik, wenn sehr scharfe Ränder und genaue Flächenfüllung erwünscht sind.
Trocken auf Trocken: Hierbei wird die Farbe mit einem ‘trockenen’ Pinsel auf trockenes Papier gesetzt, was zu scharfen, kräftigen Konturen führt. Wer mit einem trockenen Pinsel flach über raues Papier geht, erhält einen interessanten Effekt.
Anheben der Farbe: Man kann mit einem trockenen Pinsel noch nasse Farbe von dem Papier wieder wegnehmen. So kann man in gewissem Maße vom Dunklen ins Helle malen. Mit angetrockneter Farbe funktioniert das auch, aber etwas schwieriger. Hierbei spielen die Staining-Eigenschaften der jeweiligen Farbe eine Rolle.
Sprenkeln und Spritzen: Die Spritztechnik beinhaltet das Auftragen von Farbe durch Spritzen auf das Papier. Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, ist die Verwendung einer Zahnbürste: Man reibt mit der Fingerspitze über die mit Farbe getränkten Borsten. Alternativ kann man einen Pinsel mit Farbe beladen und ihn gegen einen anderen Pinsel schlagen. Es gibt auch eigens hierfür ein Spritzsieb: Die kleinen Farbspritzer können einem Kunstwerk den finalen Akzent verleihen und es interessanter gestalten.
Tupfen: Beim Tupfen wird entweder die Farbe mit einem Aquarellschwamm oder einem Tuch aufgetragen oder mit einem trockenen Schwamm vom Papier angehoben.
Maskieren: Das Maskieren ist das Abdecken von Teilen des Malgrunds mit Aquarellklebeband oder, bekannter, mit Maskierflüssigkeit. Letzteres ist ein flüssiges Gummi, das verhindert, dass Farbe auf den abgedeckten Bereich kommt. Wenn du fertig bist, kannst du das Gummi einfach abrubbeln. Der weiße Untergrund wird oft bewusst stehen gelassen. Wenn du einen sauberen Rand um dein Aquarell haben möchtest, benutzt du am besten ein spezielles Aquarellklebeband. Zellulosehaltiges Aquarellpapier kann beim Lösen des Klebebands leicht reißen.
Das spezielle Aquarellpapier ist ungefähr 300 g/m2 schwer. Es ist eigentlich immer säurefrei und traditionell naturweiß. Hochwertiges Aquarellpapier wird auf einem Rundsieb hergestellt, was eine konsistente Verteilung der Fasern ermöglicht.
Es kann Wasser gut aufnehmen. Es wird sich nicht schnell wölben, man sollte es aber auf einer flachen Arbeitsplatte mit wasserlöslichem Klebeband aufkleben, wenn man ein loses blatt verwendet. Aquarellblöcke sind an den Seiten verleimt, so dass man das Papier richtig nass machen kann. Wenn du fertig mit dem Malen bist, wird die Verleimung oder Verklebung mit einem stumpfen Messer getrennt.
Es gibt drei verschiedene Oberflächen, von grob nach glatt: Rau, Matt und Satiniert. Auf englischem Papier findet man: Rough, Cold Pressed, Medium Fine, Hot Pressed und auf französischem Papier: Torchon, Grain Fin und Satiné.
Bei der Herstellung können Zellulosefasern verwendet werden, aber von höherer Qualität ist Aquarellpapier aus 100% Baumwolle, auch Hadernpapier genannt.
Die Verleimung von Aquarellpapier kann Gelatine enthalten. Wer hier nicht mit einverstanden ist, sollte auf veganes Aquarellpapier achten.
Willst du mehr wissen? Schau mal auf unseren Blog Beitrag: Papier als Malgrund für Aquarellmalerei.

Es gibt eine große Auswahl an Aquarellpinseln. Diese Pinsel sind speziell dafür entwickelt, Wasserfarben aufzunehmen und auf das Papier aufzutragen. Aquarellpinsel bestehen typischerweise aus natürlichen Haaren wie Zobel, Eichhörnchen oder aus synthetischen Fasern. Natürliche Haare werden oft bevorzugt, da sie Wasser gut aufnehmen und halten können, während synthetische Pinsel heutzutage von sehr hoher Qualität sind, haltbarer und weniger anfällig für Beschädigungen.
Beim Gebrauch unterscheiden sich synthetische Pinsel etwas von Naturhaar-Pinseln, da sie etwas zurückfedern. Die meisten Leute erwarten diese Eigenschaft von einem Pinsel, daher ist es eher der Naturhaar-Pinsel, der mit seinem Nicht-Zurückfedern gewöhnungsbedürftig ist. Am besten besorgst du dir zwei zum Vergleich, um herauszufinden, welcher dir am meisten zusagt.
Glücklicherweise benötigt man beim Aquarellieren nicht endlos viele Pinsel. Zwei oder drei gute Pinsel, die dem eigenen Stil entsprechen, reichen aus, um tolle Bilder zu malen.
Aquarellpinsel sind in verschiedenen Formen und Größen erhältlich. Die Standard-Aquarellpinsel sind rund und haben eine Spitze. Ihr Vorteil liegt darin, dass sie eine große Menge Wasser aufnehmen können, während sie dennoch in der Lage sind, sehr feine Linien zu zeichnen. Es gibt auch flache Aquarellpinsel, Fächerpinsel, Schwertpinsel und Schlepper für Aquarellfarben. Alle Pinsel haben einen kurzen Stil, da man beim Aquarellieren in der Regel sitzt und nicht steht.


Wir haben die wichtigsten Aspekte behandelt, die du beachten solltest, wenn du dich für Aquarellmalerei interessierst. Du hast bereits einiges über die Farben selbst erfahren. Abschließend möchten wir dir noch einige Tipps zu den verschiedenen Aquarellfarbenmarken geben, welche Farben eine Grundpalette enthalten sollte und welche Qualitätsunterschiede es gibt.
Es gibt einige Vorurteile, die wir ausräumen möchten. Das größte Missverständnis ist, dass man markentreu sein muss. Du kannst Aquarellfarben von verschiedenen Herstellern nach Belieben mischen und verwenden.
Es gibt Aquarellfarben in Studienqualität, die günstiger sind. Diese Farben sind keineswegs schlecht. Die meisten renommierten Hersteller bieten auch eine Serie in Studienqualität an, die gute Farben enthält. Das ist definitiv keine B-Qualität. Aquarellfarben in Künstlerqualität sind teurer, was am höheren Pigmentanteil liegt. Künstlerfarben enthalten den höchstmöglichen Pigmentanteil. Einige Pigmente sind jedoch als Rohstoff sehr teuer, während andere günstiger sind. Daher kommen die Preisunterschiede bei Künstlerfarben. Die Farben sind in Serien gegliedert, die unterschiedliche Preise haben. Bei der Herstellung hochwertiger Qualität werden weniger bis keine Füllstoffe verwendet.
Aquarellfarbe aus der Tube ist immer günstiger als die Aquarellfarbe im Näpfchen. Tuben enthalten meistens 5 ml, während ein halbes Näpfchen nur etwa 1,5 ml enthält. Wenn du etwas Aquarellfarbe aus der Tube auf eine Mischpalette gibst, kannst du sie problemlos eintrocknen lassen und später wieder verflüssigen. Du kannst auch selbst Näpfchen füllen. Achte dabei darauf, das Näpfchen nicht auf einmal zu füllen, da der Kern sonst nicht trocknet. Fülle es in Dritteln und lass jede Schicht über Nacht trocknen, bevor du weiterfüllst.
Du brauchst wirklich nicht sehr viele Farben, um eine vollständige Farbpalette zu haben. Eine gute Grundausstattung umfasst die Primärfarben Rot, Gelb und Blau, idealerweise in je einem warmen und kalten Ton. Dazu ein paar Erdpigmente wie gelber Ocker, Siena Gebrannt und Umbra Natur. Hier ist ein Vorschlag, wie eine Palette in einer guten Grundausstattung aussehen kann:
Cadmium(freies) Gelb, Cadmium(freies) Orange, Cadmium(freies) Rot, Alizarin-Karmesin, Siena Gebrannt, Kobaltblau, Ultramarinblau, Coelinblau, Umbra natur, Lichter Ocker, Saftgrün, Phthalogrün, Magenta, Violett, Türkis und Titanweiß
Gute Hersteller die wir führen sind Schmincke, Winsor & Newton, Daniel Smith, Talens, Qor von Golden und St. Petersburg White Nights.
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