Gouache und Aquarell sehen sich auf den ersten Blick sehr ähnlich: Beide sind wasserlöslich, werden oft in Tuben oder Näpfchen verkauft und auf Papier benutzt. Dennoch sind die Unterschiede in Anwendung und Wirkung größer, als man denkt. In diesem Blog entdeckst du die wichtigsten Gemeinsamkeiten und Unterschiede und erhältst Tipps, welches Material am besten zu deinem Stil oder Projekt passt.
Sowohl Aquarellfarben als auch Gouache enthalten Gummi Arabicum als Bindemittel. Gummi Arabicum ist ein natürliches, wasserlösliches Bindemittel. Dadurch lassen sich beide Farben leicht mit einem Pinsel und etwas Wasser flüssig machen. Außerdem sind sie praktisch geruchlos, kompakt zu transportieren und benötigen nur Wasser, Pinsel und Papier, um mit ihnen zu arbeiten.
Beide Farben eignen sich also perfekt für unterwegs oder für das Malen zu Hause. Dennoch erfordern sie eine etwas unterschiedliche Herangehensweise und Technik.
Der größte Unterschied liegt in der Transparenz. Aquarell ist so zusammengestellt, dass die Farben transparent sind. Man arbeitet mit Schichten, die durchscheinen, wobei das Weiß des Papiers eine wichtige Rolle spielt. So entstehen lebendige Farbnuancen und ein luftiger, leichter Effekt. Das verleiht dem Werk eine einzigartige Ausstrahlung – erfordert aber auch Übung, um gut damit umgehen zu können. Korrekturen sind schwierig, und helle Elemente können später kaum hinzugefügt werden, sondern müssen von vorneherein eingeplant werden.
Gouache hingegen ist deckend. Durch eine höhere Pigmentkonzentration und die Zugabe von Kreide lassen sich mit Gouache kräftige, deckende Farbflächen erzeugen. Gouache kann sowohl von dunkel nach hell als auch von hell nach dunkel aufgetragen werden – das erlaubt viel Flexibilität.
Aquarell erfordert Planung. Da jede Schicht durchsichtig ist und Fehler schwer zu korrigieren sind, plant man als Aquarellist meist schon vorher, wie das Bild aufgebaut wird. Üblicherweise arbeitet man von hell nach dunkel und lässt das Weiß des Papiers als Highlight stehen.
Gouache erlaubt mehr Freiheit. Man kann problemlos von dunkel nach hell arbeiten oder Farben übereinander legen, ohne dass die Unterlage vollständig sichtbar bleibt. Das macht Gouache ideal für einen illustrativen oder grafischen Stil, bei dem Entscheidungen während des Malens getroffen werden können.
| Aquarell | Gouache | |
|---|---|---|
| Vorteile |
Transparenter, luftiger Effekt und einzigartige Ausstrahlung Sehr sparsam im Verbrauch Das Weiß des Papiers verstärkt die Farben |
Deckend, einfach zu korrigieren Schnelle Trocknungszeit |
| Nachteile |
Fehler schwer zu korrigieren Höherer Farbverbrauch Bei dicken Schichten können Risse oder Craquelé entstehen |
Weniger transparente Effekte Kann weniger lebendig wirken, wenn zu dick aufgetragen |
Aquarellfarben haben einen ganz eigenen Charakter und Erscheinung. Aquarell eignet sich perfekt, wenn du spontane, transparente Effekte magst und es nicht stört, dass die Farbe manchmal ein Eigenleben entwickelt. Für Landschaften, botanische Illustrationen oder verträumte Porträts ist dieses Medium eine wunderschöne Wahl – allerdings musst du bereit sein, Fehler zu akzeptieren oder zu lernen, mit ihnen umzugehen.
Gouache ist ein Favorit unter Illustratoren, Designern und Mixed-Media-Künstlern. Es ist ideal, wenn du Kontrolle über Farbflächen haben möchtest, in Schichten arbeiten willst oder einen grafischen Stil anstrebst. Denke an Poster, Kinderbücher, abstrakte Werke oder Stillleben mit flächigen Farben.
Die Qualität der Farben spielt sowohl bei Aquarell als auch bei Gouache eine entscheidende Rolle. Professionelle Farben wie Schmincke Horadam Aquarell oder Lascaux Gouache enthalten besonders viel Pigment und überzeugen durch bessere Mischbarkeit, gleichmäßige Konsistenz und intensive Farbkraft – im Vergleich zur Studienqualität ein klarer Vorteil.
Ein weiterer Tipp: Beide Materialien lassen sich hervorragend kombinieren! Nutze zum Beispiel transparentes Aquarell für den Hintergrund und setze Details oder Akzente mit deckender Gouache. So kannst du das Beste aus beiden Welten herausholen.
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Ja, das geht! Sie ergänzen sich gut. Verwende Aquarell für transparente Hintergründe und füge mit Gouache Akzente oder Korrekturen hinzu. Zusammen ergeben sie sanfte, cremige Farben mit zusätzlicher Deckkraft.
Ja. Sowohl Aquarell als auch Gouache können antrocknen und später mit Wasser wieder aktiviert werden – praktisch für unterwegs oder für ein kompaktes Farbset.
Da Aquarell transparent ist, arbeitet man meist von hell nach dunkel. Für Highlights lässt man weiße Bereiche frei oder verwendet weiße Gouache für Glanzlichter, Reflexionen oder Korrekturen.
Gouache ist professionelle Künstlerfarbe: stark pigmentiert, gleichmäßig und mit Wasser wiederverwendbar. Plakaatfarbe ist einfacher zusammengesetzt und eignet sich vor allem für Schul- oder Bastelzwecke.
Materialien
15 November 2023
Was ist Gouache Farbe?
Die Qualitäten von Aquarell-, Öl- und Acryfarben sind weithin bekannt, bei Gouache ist das etwas anders. Obwohl die erste Verwendung von gouacheartigen Farben bereits für die Buchmalerei des frühen Mittelalters belegt ist, ist Gouache Farbe weniger bekannt. Deshalb haben wir dir hier eine kleine Übersicht zusammengestellt, die dir alle wichtigen Informationen zu Gouachefarbe verrät!