Wenn du mit Ölfarben arbeiten möchtest, hast du sicher schon vom wichtigen Schritt der Untermalung gehört. Aber was genau verbirgt sich eigentlich dahinter? Warum lohnt es sich, Zeit in diese erste Farbschicht zu investieren, und wie funktioniert das Ganze genau? In diesem Beitrag erfährst du alles Wichtige zur Untermalung in der Ölmalerei – von den Grundlagen bis hin zu praktischen Tipps.
Die Untermalung ist die allererste Farbschicht, die du auf deine Leinwand aufträgst, noch bevor du mit den eigentlichen Farben und Details beginnst. Sie bildet die Grundlage deines Gemäldes und hilft dir dabei, Komposition, Tonwerte (also Hell-Dunkel-Kontraste) und Formen festzulegen. Man kann sie sich vorstellen wie eine Vorzeichnung.
Direkt mit kräftigen Farben zu starten kann schnell unübersichtlich werden. Die Untermalung gibt dir die Möglichkeit, dein Bild schon im Vorfeld zu strukturieren. Du legst fest, von wo das Licht kommt, wo die Schatten fallen und wie groß die einzelnen Formen sein sollen. Diese Basis erleichtert dir später das gezielte Auftragen der Farben und sorgt für mehr Tiefe und Lebendigkeit im fertigen Bild. Außerdem harmonieren die Farben besser, wenn sie auf einer passenden Untermalung aufbauen.
Bei der Imprimatura handelt es sich um eine dünne, transparente Farbschicht, die meist in einem warmen Erdton (z. B. Umbra, gebrannte Siena oder Ocker) auf die grundierte Leinwand aufgetragen wird. Sie schafft eine gleichmäßige Tonbasis und verleiht dem Gemälde eine harmonische Grundstimmung. Die Imprimatura hilft auch dabei, das Weiß der Leinwand abzudecken, sodass die Farben später satter und lebendiger wirken.
Diese Technik besteht darin, das Bild zunächst nur in Grautönen (Grisaille) oder in gedämpften Farbtönen (Verdaccio – oft grünlich) auszuarbeiten. Dabei konzentriert man sich vor allem auf die Tonwerte, also Licht und Schatten, ohne sich um die Farbe zu kümmern. So werden die Formen klar definiert und die Komposition gefestigt. Diese Methode wird häufig in der klassischen Ölmalerei eingesetzt.
Hierbei wird die Untermalung mit deckender, nicht durchsichtiger Farbe aufgetragen. Sie kann in einer monochromen Farbpalette oder in mehreren Farben erfolgen. Diese Technik eignet sich gut, um die Bildstruktur robust vorzubereiten und erlaubt einen expressiveren Malstil.
Statt einer einzigen Farbe werden mehrere Farbtöne als Grundierung verwendet, um verschiedene Licht- und Schattenbereiche bereits grob farblich voneinander abzuheben. Diese Technik unterstützt die spätere Farbgebung und sorgt für mehr Lebendigkeit.
Manchmal wird die Imprimatura nicht flächig, sondern nur auf bestimmten Bildteilen oder Motiven aufgetragen, um die Farbwirkung später gezielt zu beeinflussen.
Dünne transparente Farbaufträge (Lasuren) können auch als Untermalung genutzt werden, um Tonwerte und Farbstimmungen schon früh anzudeuten und die Farbschichten später harmonisch miteinander verschmelzen zu lassen.
Wähle zuerst einen geeigneten Farbton als Grundierung – erdige Brauntöne wie Umbra, Ocker oder Grau sind bewährt. Verdünne die Farbe mit einem Malmittel oder Terpentin, sodass sie dünnflüssig und leicht aufzutragen ist. Mit einem größeren Pinsel malst du dann locker und zügig die Grundformen und Tonwerte deines Motivs auf die Leinwand. Wichtig ist, dass du diese Schicht gut trocknen lässt, was je nach Dicke und Umgebungsbedingungen einige Stunden bis mehrere Tage dauern kann.
Die Vorteile einer sorgfältig ausgeführten Untermalung liegen klar auf der Hand: Sie verleiht dir von Anfang an Struktur und Sicherheit, da du Komposition und Lichtverteilung frühzeitig überprüfen und gegebenenfalls anpassen kannst. Gleichzeitig sorgt sie für mehr Tiefe und Lebendigkeit, denn die darüber aufgetragenen Farbschichten wirken harmonischer. Zudem hilft dir die Untermalung, Fehler frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden, bevor du zu viel Zeit in Details investierst. Nicht zuletzt verbessert sie die Haftung und Haltbarkeit deiner Ölfarben und trägt so zur Langlebigkeit deines Kunstwerks bei.
Die Untermalung ist also weit mehr als nur ein technischer Zwischenschritt – sie ist das Fundament deines Gemäldes. Wer sich die Zeit nimmt, sie sorgfältig anzulegen, wird mit einem stimmigen, tiefgründigen Bild belohnt. Probiere es einfach aus – du wirst überrascht sein, wie viel leichter und sicherer das Malen mit Öl dadurch wird!
Techniken
02 January 2025
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