Du hast beschlossen, mit Ölfarben zu malen oder auf Ölfarben umzusteigen, aber du weißt nicht recht, wie du anfangen sollst? Wenn du gerade erst in die Welt der Ölmalerei einsteigst, können die Vielfalt an Materialien und Techniken zunächst überwältigend wirken. Keine Sorge: Mit den richtigen Grundlagen, ein paar praktischen Tipps und etwas Übung gelingt dir der Einstieg leichter, als du vielleicht denkst!
In diesem Blog helfen wir dir, die ersten Schritte zu machen, das Material kennenzulernen und Techniken zu beherrschen, die die Grundlagen der Ölmalerei bilden.
Ölfarben gehören zu den ältesten und vielseitigsten Maltechniken der Kunstgeschichte. Ihre leuchtenden Farben und die Möglichkeit, feine Details oder kräftige Strukturen zu schaffen, machen sie besonders attraktiv für Künstler.
Sie werden aus einer Mischung von Pigmenten und z. B. Leinöl hergestellt. Leinöl zählt zu den sogenannten trocknenden Ölen. Das heißt, dass es nach einer Zeit einen stabilen Film bildet, der flexibel und wasserresistent ist. Die darin eingeschlossenen Pigmente sind somit permanent fixiert. Das machte die Ölfarbe und die Ölmalerei lange zu einem überlegenen Medium, um Farbstoffe dauerhaft zu bewahren. Erst die Erfindung der Acrylfarbe und ihres Bindemittels aus Kunststoffdispersion hat diese Vorrangstellung in der Malerei etwas ins Wanken gebracht, da auch Acrylfarbe einen elastischen, wasserresistenten Film bildet, in dem die Pigmente eingeschlossen sind.
Im Gegensatz zu Acrylfarben bestehen Ölfarben – abgesehen von synthetischen Pigmenten – vollständig aus natürlichen Bestandteilen und können sogar leicht selbst hergestellt werden. Das Bindemittel, meist Leinöl, wird aus den Samen der Flachspflanze gewonnen.
Die Pigmente, die der Farbe ihre Leuchtkraft verleihen, stammen traditionell aus mineralischem oder anorganischem Ursprung – etwa aus Erden, Metalloxiden oder natürlichen Farbstoffen. Seltener werden auch organische Pigmente verwendet, die beispielsweise aus Pflanzen gewonnen werden.
Wichtig zu wissen ist, dass traditionelle Ölfarben deutlich langsamer trocknen als Acrylfarben. Während Acrylfarbe oft schon nach einer Stunde trocken und übermalbar ist, benötigen Ölfarben – je nach Schichtdicke – mehrere Tage bis hin zu Wochen, bis sie vollständig durchgetrocknet sind.
Ein weiterer wichtiger Unterschied liegt im Verdünnen und Reinigen: In der Ölmalerei wird in der Regel ein Lösungsmittel wie Terpentin oder ein moderner, geruchsarmer Terpentinersatz verwendet. Beim Malen mit Acrylfarben reicht dagegen Wasser.
Zusammenfassung:
Bevor du loslegst, brauchst du eine Grundausstattung, die dir das Arbeiten mit Ölfarben erleichtert. Für den Einstieg genügt bereits ein kleines Set aus Primärfarben – also Rot, Gelb und Blau – ergänzt durch Weiß und eventuell ein paar erdige Töne. Damit kannst du schon eine große Bandbreite an Farbtönen mischen, ohne direkt in ein komplettes Sortiment investieren zu müssen.
Bei Pinseln eignen sich besonders raue Borstenpinsel oder glatte Ölfarbenpinsel aus Naturhaar oder synthetische Alternativen, die stabil genug sind, um die zähflüssige Farbe gut aufzunehmen. Flache Pinsel sind ideal für größere Flächen, während runde oder spitze Pinsel präzise Linien und Details ermöglichen.
Außerdem brauchst du ein Malmittel, um die Farbe geschmeidiger zu machen und die Trocknungszeit zu beeinflussen. In der Ölmalerei unterscheidet man zwischen mageren und fetten Malmitteln. Ein mageres Malmittel enthält wenig oder gar kein Öl, z. B. Terpentin oder einen Terpentinersatz. Es verdünnt die Farbe und entzieht ihr etwas Öl, wodurch sie schneller trocknet. Ein fettes Malmittel besteht dagegen hauptsächlich aus Öl, etwa Leinöl, Mohnöl oder Walnussöl. Es macht die Farbe weicher, glänzender und verlängert die Trocknungszeit. Auf diese Weise kannst du gezielt steuern, wie deine Farbschichten trocknen und wirken.
Für Einsteiger ist es empfehlenswert, mit fertigen Malmitteln zu beginnen – sie sind bereits optimal abgestimmt und einfach zu handhaben.
Was du brauchst:
Eine gute Vorbereitung der Malfläche ist entscheidend für ein haltbares Ergebnis. Klassischerweise wird auf Leinwand oder grundiertem Holz gemalt, doch es gibt auch spezielle Ölfarbenpapiere oder Leinwandtafeln, die für Übungen oder Skizzen ideal sind.
Wichtig ist, dass der Untergrund gut grundiert ist – in der Regel mit handelsüblichem Gesso. Diese Schicht verhindert, dass das Öl aus der Farbe in das Trägermaterial einzieht, was die Farbe matt und glanzlos wirken lassen würde. Wenn du deine Leinwand selbst grundierst, trage am besten zwei bis drei dünne Schichten auf und lasse jede Schicht vollständig trocknen.
Für kleine Studien oder Experimente eignet sich auch Ölfarbenpapier, das du direkt ohne zusätzliche Grundierung verwenden kannst.
Grundierung:
Ölfarben bieten eine enorme Bandbreite an Ausdrucksmöglichkeiten – von transparenten Farbschichten bis hin zu dichten, pastosen Strukturen.
Eine der wichtigsten Grundlagen ist die Schichtenmalerei, bei der du die Farbe Schritt für Schritt aufbaust. Dabei gilt die klassische Regel: „Fett auf mager“. Das bedeutet, dass die unteren Schichten magerer sind als die oberen, also weniger Öl enthalten. So verhinderst du, dass die Farbe später reißt. Bei der Schichtmalerei brauchst du Geduld, bis die unterliegende Schicht trocken ist.
Beim Lasieren arbeitest du mit stark verdünnter Farbe in mehreren transparenten Schichten, um Tiefe und Leuchtkraft zu erzeugen. Diese Technik ist ideal für Porträts oder feine Übergänge. Auch hier muss die unterliegende Schicht trocken sein.
Das Gegenteil dazu ist das Impasto, bei dem die Farbe dick und mit betontem Pinselstrich aufgetragen wird – fast wie bei einem Relief. Mit dieser Technik kannst du lebendige Texturen und kräftige Pinselspuren gestalten. Viele berühmte Künstler, wie Van Gogh, nutzten sie, um Dynamik und Emotion zu erzeugen.
Eine weitere beliebte Methode ist die Alla-Prima-Malerei, auch „Nass-in-Nass-Technik“ genannt. Dabei wird das gesamte Bild in einer Sitzung gemalt, ohne dass einzelne Farbschichten zwischendurch trocknen. Die frischen Farben werden direkt auf der Leinwand miteinander vermalt, was weiche Übergänge und spontane Effekte ermöglicht. Diese Technik erfordert etwas Übung und ein gutes Gefühl für Farbmischungen, belohnt dich aber mit lebendigen, ausdrucksstarken Ergebnissen.
Techniken:
Sauberes Arbeiten ist in der Ölmalerei besonders wichtig. Reinige die Pinsel gründlich zwischen den Farbtönen. Dafür eignet sich Terpentin oder ein geruchsarmes Ersatzprodukt am besten. Nach dem Malen sollten die Pinsel gründlich ausgewaschen und mit milder Seife gereinigt werden, damit sie lange formstabil bleiben.
Beachte außerdem, dass Ölfarben langsam trocknen – je nach Dicke des Farbauftrags kann das mehrere Tage bis Wochen dauern. Während dieser Zeit sollten die Bilder staubfrei gelagert werden.
Fertige Werke überziehst du zunächst mit einer Retuschierfirnis und nach vollständiger Trocknung mit einem Schlussfirnis. Er verleiht dem Bild nicht nur Glanz, sondern schützt die Farben auch langfristig vor Schmutz und UV-Strahlung.
Pflege & Haltbarkeit:
Der Einstieg in die Ölmalerei erfordert etwas Geduld, lohnt sich aber in jeder Hinsicht. Kaum ein anderes Medium bietet so viel Tiefe, Leuchtkraft und kreative Freiheit. Mit den richtigen Materialien, etwas Übung und einem Verständnis für die grundlegenden Techniken wirst du schnell deine eigenen Erfahrungen sammeln – und Schritt für Schritt deinen ganz persönlichen Stil entwickeln.
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